Der aktuelle Arbeitsmarktbericht für die Gastronomie zeigt für das Jahr 2026 ein Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Erholung und anhaltendem Kostendruck.
Die Zahl der Erwerbstätigen im Gastgewerbe stabilisiert sich nach den turbulenten Vorjahren, wobei vor allem die Systemgastronomie und Franchise-Konzepte aufgrund ihrer skalierbaren Effizienz Marktanteile gewinnen. Trotz einer leichten konjunkturellen Belebung mit einem erwarteten BIP-Wachstum von etwa 1,1 % bleibt die Nachfrage nach Arbeitskräften selektiv, da viele Betriebe aufgrund steigender Insolvenzzahlen und sinkender Margen bei Neueinstellungen vorsichtiger agieren.
Obwohl die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland saisonbedingt leicht gestiegen ist, bleibt die Fachkräftelücke in der Gastronomie mit rund 2.700 unbesetzten Stellen auf hohem Niveau bestehen. Besonders kritisch ist die Situation bei Köchen und spezialisierten Fachkräften in der Hotellerie, wo rechnerisch jede zweite offene Stelle nicht besetzt werden kann. Kleine und mittlere Unternehmen sind von diesem Mangel überproportional betroffen, da sie oft weniger Ressourcen für aktives Recruiting und internationale Anwerbung haben.
Ein zentraler Faktor im Jahr 2026 ist die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 € seit dem 1. Januar, wovon nahezu jeder zweite Job in der Branche direkt betroffen ist. Diese Entwicklung führt zu einer Steigerung der Verdienstsummen um geschätzt 6 %, was viele Betriebe dazu zwingt, ihre Preise anzupassen oder durch Digitalisierung wie etwa QR-Bestellsysteme oder Self-Service-Terminals Personalkosten einzusparen. Die Tariflöhne steigen in vielen Bundesländern parallel dazu, oft in Stufen von etwa 3,5 % bis 5 % im Laufe des Jahres.
Um im Wettbewerb um Talente zu bestehen, rücken weiche Faktoren wie flexible Arbeitszeiten, Teambuilding und echte Wertschätzung stärker in den Fokus als rein monetäre Anreize. Die Gastronomie steht zudem vor der Aufgabe, das gesteigerte Erwartungsmanagement der Gäste zu erfüllen, die aufgrund hoher Lebenshaltungskosten seltener, aber bewusster auswärts essen und ein ganzheitliches Erlebnis erwarten.
Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 €.
Die Fachkräftelücke in der Gastronomie beläuft sich auf ca. 2.700 unbesetzte Stellen.
Etwa 47 % der Jobs im Gastgewerbe sind direkt von der Mindestlohnanpassung betroffen.
Der Trend bei Gehaltssteigerungen liegt je nach Tarif zwischen ca. 3,1 % und 5 %.



