Inhaltsverzeichnis
Toggle- BASF SE – Besetzung des Vice President for Circular Economy & Sustainable Feedstocks
- Die Chemie der Zukunft in einer ressourcenbeschränkten Welt
- Das Anforderungsprofil: Ein Netzwerker zwischen Abfall und High-End-Chemie
- Strategisches Headhunting: Suche in der Schnittmenge von Umwelttechnik und Management
- Der Auswahlprozess: Strategische Belastbarkeit und Marktdesign
- Die Integrationsphase: Aufbau neuer Geschäftsmodelle im Verbund
- Ergebnisse: Pionier der zirkulären Chemie
BASF SE – Besetzung des Vice President for Circular Economy & Sustainable Feedstocks
Die Chemie der Zukunft in einer ressourcenbeschränkten Welt
Die BASF SE steht vor der monumentalen Aufgabe, das über Jahrzehnte perfektionierte Modell der Verbund-Produktion auf eine neue, nachhaltige Basis zu stellen. Traditionell ist die chemische Industrie stark von fossilen Rohstoffen (Erdgas und Naphtha) abhängig. Um die ehrgeizigen Ziele der Klimaneutralität zu erreichen und die Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern, startete BASF das Programm „ChemCycling“. Ziel ist es, fossile Rohstoffe am Anfang der Wertschöpfungskette durch recycelte Abfälle oder biobasierte Rohstoffe zu ersetzen. Für die globale Leitung dieses strategischen Wandels suchte BASF einen Vice President for Circular Economy, der die Brücke zwischen Abfallwirtschaft, chemischer Verfahrenstechnik und den Endmärkten schlägt.
Das Anforderungsprofil: Ein Netzwerker zwischen Abfall und High-End-Chemie
Die Anforderungen an diese Position waren hochgradig interdisziplinär. BASF suchte keine reine Führungskraft aus der klassischen Chemie, sondern einen Visionär mit „Circular-Mindset“. Der ideale Kandidat musste tiefes Wissen über chemisches Recycling (Pyrolyse) besitzen, aber gleichzeitig verstehen, wie man globale Rücknahmesysteme für Kunststoffe und Verbundmaterialien aufbaut. Gefragt war die „Authoritativeness“, um strategische Allianzen mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Entsorgungsunternehmen bis zu Markenherstellern (Consumer Goods) – zu schließen. Da die regulatorischen Rahmenbedingungen für Rezyklate (z.B. Massenbilanzverfahren) noch im Fluss sind, war zudem eine enorme politische Gestaltungskraft erforderlich.
Strategisches Headhunting: Suche in der Schnittmenge von Umwelttechnik und Management
Als spezialisierte Headhunter identifizierten wir, dass die gesuchte Expertise an der Schnittstelle von Umwelttechnologie, Supply Chain Management und Strategieberatung lag. Wir führten eine weltweite Suche durch und analysierten Experten, die bereits großskalige Recycling-Infrastrukturen in Nordamerika oder Westeuropa aufgebaut hatten. In diskreten Gesprächen kontaktierten wir Führungskräfte bei führenden Recycling-Konzernen, Experten für nachhaltige Verpackungen und Strategen aus dem Bereich Bio-Ökonomie. Die Herausforderung war, jemanden zu finden, der die physikalischen Grenzen der Chemie respektiert, aber gleichzeitig die Innovationsgeschwindigkeit eines Start-ups mitbringt.
Der Auswahlprozess: Strategische Belastbarkeit und Marktdesign
Der Auswahlprozess bei der BASF beinhaltete intensive Szenario-Workshops. Die Kandidaten mussten darlegen, wie sie ein „Ökosystem“ schaffen, in dem recycelte Rohstoffe preislich und qualitativ mit fossilen Rohstoffen konkurrieren können. Ein zentrales Element war die Frage des „Track & Trace“: Wie garantiert man dem Kunden die Nachhaltigkeit des Produkts in einem komplexen chemischen Verbund? Der schließlich gewählte Kandidat war ein profilierter Strategie-Experte, der zuvor die Nachhaltigkeits-Transformation eines großen Konsumgüterherstellers geleitet hatte. Er überzeugte durch seinen klaren Blick auf die Kundenbedürfnisse und seine Fähigkeit, die chemische Produktion als Teil einer globalen Kreislauflösung zu positionieren.
Die Integrationsphase: Aufbau neuer Geschäftsmodelle im Verbund
Nach der erfolgreichen Vermittlung unterstützten wir den neuen Vice President dabei, ein dezidiertes „Circular Economy Team“ aufzubauen, das als interne Beratungseinheit für alle Unternehmensbereiche (Segmente) agiert. Wir moderierten den Onboarding-Prozess, um sicherzustellen, dass die neuen Rohstoffkonzepte in die hocheffizienten Verbundstrukturen von Ludwigshafen bis Antwerpen integriert werden konnten. Ein kritischer Faktor war der Aufbau von Kooperationen mit Technologie-Anbietern für das chemische Recycling. Wir begleiteten ihn dabei, langfristige Abnahmeverträge für Pyrolyseöl zu sichern, das aus Kunststoffabfällen gewonnen wird. Dieser proaktive Ansatz sorgte für eine schnelle Skalierung des „Ccycled“-Portfolios der BASF.
Ergebnisse: Pionier der zirkulären Chemie
Heute gilt BASF als einer der Pioniere im Bereich des chemischen Recyclings. Unter der Leitung des von uns vermittelten Experten wurden die ersten kommerziellen Produkte auf Basis von recycelten Kunststoffabfällen erfolgreich am Markt platziert – von Automobilkomponenten bis zu Lebensmittelverpackungen. BASF hat es geschafft, die Kreislaufwirtschaft nicht nur als PR-Thema, sondern als profitables neues Geschäftsfeld zu etablieren. Die Fallstudie BASF zeigt eindrucksvoll, dass die Transformation der Chemieindustrie nur durch Führungskräfte gelingen kann, die in der Lage sind, über die Grenzen des eigenen Werkszauns hinaus in geschlossenen Kreislaufsystemen zu denken.







