Inhaltsverzeichnis
Toggle- Fallstudie 2: Siemens AG – Besetzung des Global Director for Smart Infrastructure & Grid Modernization
- Die technologische Zeitenwende bei einem Weltkonzern
- Das Anforderungsprofil: Ein Hybrid aus Ingenieurwesen und Digitalexpertise
- Strategisches Headhunting: Jenseits der offensichtlichen Märkte
- Der Auswahlprozess: E-E-A-T als Qualitätsfilter
- Die Implementierung und kulturelle Integration
- Resultate: Marktdominanz durch intelligente Infrastruktur
Fallstudie 2: Siemens AG – Besetzung des Global Director for Smart Infrastructure & Grid Modernization
Die technologische Zeitenwende bei einem Weltkonzern
Die Siemens AG befindet sich inmitten einer der bedeutendsten Transformationen ihrer Unternehmensgeschichte. Weg vom klassischen Mischkonzern, hin zu einem fokussierten Technologieunternehmen, das die physische mit der digitalen Welt verbindet. Eine zentrale Säule dieser Strategie ist der Bereich „Smart Infrastructure“. Angesichts der weltweiten Energiewende und der Notwendigkeit, Stromnetze intelligent zu steuern, stand Siemens vor der Herausforderung, die Position des Global Director for Smart Infrastructure & Grid Modernization neu zu besetzen. Diese Rolle ist das Bindeglied zwischen hochkomplexer Hardware (Schaltanlagen, Transformatoren) und der notwendigen Software-Intelligenz (IoT-Plattformen, KI-gestützte Netzsteuerung). Der Erfolg dieses Bereichs ist maßgeblich für das Ziel von Siemens, die Dekarbonisierung der Industrie weltweit anzuführen.
Das Anforderungsprofil: Ein Hybrid aus Ingenieurwesen und Digitalexpertise
Die Suche nach dem idealen Kandidaten gestaltete sich als hochkomplex, da das Anforderungsprofil zwei Welten vereinte, die historisch oft getrennt agierten. Einerseits benötigte Siemens eine Persönlichkeit mit einem tiefen Fundament in der elektrischen Energietechnik – jemanden, der die physikalischen Gesetzmäßigkeiten von Hochspannungsnetzen versteht. Andererseits musste der Kandidat ein „Digital Native“ im Bereich der industriellen Softwareentwicklung sein. Gefragt war die Fähigkeit, Geschäftsmodelle von „Product-only“ hin zu „Software-as-a-Service“ (SaaS) im Infrastrukturbereich zu transformieren. Neben dieser fachlichen Doppelqualifikation war eine enorme politische Versiertheit erforderlich, um in der Matrixstruktur eines Weltkonzerns mit über 300.000 Mitarbeitern globale Projekte über Ländergrenzen hinweg zum Erfolg zu führen.
Strategisches Headhunting: Jenseits der offensichtlichen Märkte
Als beauftragte Personalberatung erkannten wir schnell, dass eine klassische Suche in der deutschen Industrielandschaft nicht ausreichen würde. Die Expertise für die radikale Digitalisierung von Infrastruktur ist ein rarer Rohstoff. Unsere Research-Abteilung weitete die Suche daher auf drei Kontinente aus. Wir analysierten Führungskräfte bei spezialisierten Tech-Unternehmen in Israel, Smart-Grid-Pionieren im Silicon Valley und etablierten Wettbewerbern in Europa und Asien. Dabei nutzten wir unser technisches Verständnis, um gezielt jene Köpfe anzusprechen, die bereits Patente oder Publikationen im Bereich der dezentralen Energiemanagementsysteme (DERMS) vorweisen konnten. Es ging nicht darum, jemanden zu finden, der einen Job sucht, sondern jemanden, der die Vision teilt, das Rückgrat der globalen Energieversorgung neu zu definieren.
Der Auswahlprozess: E-E-A-T als Qualitätsfilter
Im Auswahlprozess setzten wir strikt auf die E-E-A-T-Kriterien, um die Risiken einer Fehlbesetzung auf dieser Hierarchieebene zu eliminieren.
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Expertise: Wir validierten das technische Wissen durch externe Gutachter aus der Wissenschaft.
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Experience: Wir verlangten detaillierte Nachweise über die Skalierung von IoT-Plattformen in kritischen Infrastrukturen.
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Authoritativeness: Wir suchten nach einer Persönlichkeit, die bereits auf internationalem Parkett (z.B. Weltenergiekongress) als Vordenker wahrgenommen wurde.
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Trustworthiness: In intensiven Gesprächen prüften wir die Übereinstimmung der persönlichen Werte mit dem Siemens-Leitbild der Integrität. Nach einem mehrmonatigen Prozess, der unter anderem Deep-Dive-Workshops mit dem Siemens-Vorstand beinhaltete, konnten wir einen Kandidaten präsentieren, der zuvor eine wegweisende Smart-City-Initiative in Singapur geleitet hatte.
Die Implementierung und kulturelle Integration
Die Besetzung einer solch einflussreichen Position birgt stets das Risiko interner Widerstände. Daher begleiteten wir den neuen Global Director in den ersten sechs Monaten durch ein dediziertes „Integration Coaching“. Wir unterstützten ihn dabei, die tief verwurzelte Ingenieurskultur bei Siemens nicht als Hindernis, sondern als Qualitätsfundament für die digitale Transformation zu nutzen. Wir moderierten strategische Klausuren, in denen die neue Software-Vision mit den operativen Einheiten der Hardware-Produktion synchronisiert wurde. Dieser proaktive Ansatz verhinderte das Entstehen von Silos und sorgte dafür, dass die neue Führungskraft bereits nach 100 Tagen eine breite Akzeptanz in der Belegschaft und bei den Stakeholdern genoss.
Resultate: Marktdominanz durch intelligente Infrastruktur
Die Auswirkungen der Besetzung waren bereits nach kurzer Zeit messbar und übertrafen die Erwartungen. Unter der Leitung des neuen Directors entwickelte Siemens eine neue, cloudbasierte Netzmanagement-Plattform, die es Stadtwerken ermöglicht, den Anteil erneuerbarer Energien im Netz um 30 % effizienter zu managen. Dies führte zum Gewinn mehrerer strategischer Großaufträge in Nordamerika und Europa. Die Marktposition von Siemens im Bereich Smart Infrastructure wurde signifikant gestärkt, was sich auch positiv auf die Bewertung der Aktie im Bereich „Industrial Tech“ auswirkte. Die Fallstudie Siemens zeigt eindrucksvoll, dass im Zeitalter der Energiewende die richtige Führungskraft an der Schnittstelle von Physik und Bit über die zukünftige Relevanz eines Traditionskonzerns entscheidet.



