Inhaltsverzeichnis
Toggle- Fallstudie Heidelberg Materials – Besetzung des Global Director for Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS)
- Die existenzielle Herausforderung der CO2-neutralen Schwerindustrie
- Das Anforderungsprofil: Ein Pionier an der Schnittstelle von Chemie und Anlagenbau
- Strategisches Headhunting: Suche in der Öl- & Gasindustrie sowie im Spezialanlagenbau
- Der Auswahlprozess: Technische Machbarkeit und strategische Weitsicht
- Die Integrationsphase: Aufbau eines globalen CCUS-Kompetenzzentrums
- Ergebnisse: Weltmarktführer für kohlenstoffarmen Zement
Hier ist die detaillierte Fallstudie für Heidelberg Materials (ehemals HeidelbergCement). Der Fokus liegt auf der industriellen Dekarbonisierung und der Pionierarbeit im Bereich der CO2-Abscheidung.
Fallstudie Heidelberg Materials – Besetzung des Global Director for Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS)
Die existenzielle Herausforderung der CO2-neutralen Schwerindustrie
Heidelberg Materials gehört zu den weltweit größten Baustoffherstellern. Da die Zementproduktion prozessbedingt enorme Mengen an CO2 freisetzt – zwei Drittel davon allein durch die chemische Reaktion beim Brennen des Kalksteins –, steht das Unternehmen vor einer Herkulesaufgabe. Um das Ziel zu erreichen, bis 2050 ein klimaneutrales Unternehmen zu sein, reicht Effizienzsteigerung allein nicht aus. Die einzige Lösung ist die großskalige Implementierung von CCUS-Technologien (Carbon Capture, Utilization and Storage). Heidelberg Materials suchte einen Global Director, der die weltweit ersten industriellen Anlagen zur CO2-Abscheidung in Zementwerken plant und in Betrieb nimmt. Diese Position war entscheidend, um das „Dirty Business“ Zement in ein zukunftsfähiges, grünes Geschäftsmodell zu transformieren.
Das Anforderungsprofil: Ein Pionier an der Schnittstelle von Chemie und Anlagenbau
Das Profil für diese Rolle war eines der seltensten auf dem globalen Markt. Gesucht wurde ein Experte mit tiefem verfahrenstechnischem Wissen in der Gasreinigung und CO2-Abscheidung, der gleichzeitig die operative Realität eines Zementwerks oder einer Raffinerie kennt. Der ideale Kandidat musste in der Lage sein, dreistellige Millioneninvestitionen für Pilotanlagen zu steuern und gleichzeitig globale Partnerschaften mit Energieversorgern und Logistikunternehmen für den Abtransport und die Speicherung des CO2 (Carbon Sequestration) aufzubauen. Gefragt war die „Authoritativeness“, um vor Regierungen und der EU-Kommission als Experte für die Skalierung grüner Technologien aufzutreten und Fördermittel für diese Pionierprojekte zu sichern.
Strategisches Headhunting: Suche in der Öl- & Gasindustrie sowie im Spezialanlagenbau
Als Headhunter identifizierten wir frühzeitig, dass dieses spezifische Wissen nicht in der Baustoffbranche selbst zu finden war. Wir weiteten unsere Suche auf die Öl- und Gasindustrie sowie auf den spezialisierten chemischen Anlagenbau aus – Branchen, die sich bereits seit Jahrzehnten mit der Abscheidung von Gasen beschäftigen. Wir analysierten Top-Manager in Norwegen, den Niederlanden und den USA, die bereits an „Blue Hydrogen“ oder CCS-Projekten in der Nordsee gearbeitet hatten. In diskreten Gesprächen positionierten wir Heidelberg Materials als den „First Mover“, der die Chance bietet, eine ganze Branche zu dekarbonisieren. Wir konnten so Experten gewinnen, die den Wunsch hatten, ihr Wissen für eine echte Klimawende in der Realwirtschaft einzusetzen.
Der Auswahlprozess: Technische Machbarkeit und strategische Weitsicht
Der Auswahlprozess bei Heidelberg Materials beinhaltete intensive technische Audits. Die Kandidaten mussten darlegen, wie sie verschiedene Abscheide-Technologien (wie Aminwäsche oder Oxyfuel-Verfahren) in die bestehende Ofenstruktur eines Zementwerks integrieren würden, ohne die Qualität des Endprodukts zu gefährden. Ein zentrales Element war die ökonomische Kalkulation: Ab welchem CO2-Preis pro Tonne rechnet sich welche Technologie? Der schließlich gewählte Kandidat war ein hochdekorierter Ingenieur aus der Petrochemie, der bereits eine der weltweit größten Testanlagen für CO2-Abscheidung in Skandinavien geleitet hatte. Er überzeugte durch seine Fähigkeit, technische Komplexität in eine klare industrielle Roadmap zu übersetzen.
Die Integrationsphase: Aufbau eines globalen CCUS-Kompetenzzentrums
Nach der erfolgreichen Vermittlung unterstützten wir den neuen Global Director dabei, ein interdisziplinäres Team aus Geologen, Verfahrenstechnikern und Rechtsexperten für Exportkontrolle aufzubauen. Wir moderierten den Onboarding-Prozess, um sicherzustellen, dass die neue „Grüne Division“ eng mit den Werksleitern vor Ort zusammenarbeitet. Ein kritischer Faktor war die Koordination des Projekts „Brevik CCS“ in Norwegen – dem weltweit ersten Zementwerk mit einer vollintegrierten Abscheideanlage. Wir begleiteten ihn dabei, die nötige Infrastruktur für den CO2-Transport per Schiff zu sichern. Dieser proaktive Ansatz sorgte dafür, dass Heidelberg Materials innerhalb kürzester Zeit zum globalen Wissensführer in der CO2-freien Baustoffproduktion aufstieg.
Ergebnisse: Weltmarktführer für kohlenstoffarmen Zement
Heute gilt Heidelberg Materials als der technologische Vorreiter der Branche. Unter der Leitung des von uns vermittelten Experten wurden mehrere Großprojekte zur CO2-Abscheidung in Europa und Nordamerika gestartet. Das Unternehmen ist nun in der Lage, „Net-Zero-Zement“ anzubieten, was einen enormen Wettbewerbsvorteil bei öffentlichen Bauprojekten und nachhaltigen Immobilienentwicklungen darstellt. Die Fallstudie Heidelberg Materials zeigt eindrucksvoll, dass in der Schwerindustrie der Transfer von Expertenwissen aus anderen Branchen der Schlüssel zur Lösung der Klimakrise ist. Das Unternehmen hat sich erfolgreich vom traditionellen Baustoffproduzenten zum führenden Akteur der industriellen Kreislaufwirtschaft transformiert.








