Inhaltsverzeichnis
Toggle- Volkswagen AG – Besetzung des CTO für die globale Software-Plattform-Strategie
- Die existenzielle Krise der Software-Integration im Automobilbau
- Das Anforderungsprofil: Ein Sanierer mit Deep-Tech-Verständnis
- Strategisches Headhunting: Suche in der Champions League des Silicon Valley
- Der Auswahlprozess: Technische Machbarkeit und interkulturelle Mediation
- Die Integrationsphase: Aufbau einer „Software-First“-Kultur
- Ergebnisse: Stabilisierung der Software-Roadmap und Zukunftssicherung
Volkswagen AG – Besetzung des CTO für die globale Software-Plattform-Strategie
Die existenzielle Krise der Software-Integration im Automobilbau
Die Volkswagen AG, der nach Absatz zweitgrößte Automobilhersteller der Welt, steht vor der größten Herausforderung seit der Erfindung des Käfers: der Wandlung vom Blechbieger zum Software-Unternehmen. Über Jahrzehnte waren Steuergeräte und Software über hunderte Zulieferer verteilt, was zu einer enormen Komplexität und Inkompatibilität führte. Um im Wettbewerb mit Tesla und chinesischen Herstellern zu bestehen, bündelte VW seine Software-Kompetenzen in der Einheit CARIAD. Doch das Projekt geriet durch Verzögerungen bei der Software-Architektur für wichtige Modelle (wie den Audi Q6 e-tron und den Porsche Macan Electric) unter massiven Druck. Gesucht wurde ein CTO (Chief Technology Officer) mit Weltformat, der die zerklüftete Software-Landschaft konsolidiert und eine einheitliche, skalierbare „E3“-Architektur (End-to-End) für alle Konzernmarken etabliert.
Das Anforderungsprofil: Ein Sanierer mit Deep-Tech-Verständnis
Die Anforderungen an diese Position waren von einer Dringlichkeit geprägt, die im DAX selten ist. Volkswagen suchte eine Führungspersönlichkeit, die nachweislich komplexe Betriebssysteme skaliert hat und über „Execution-Power“ verfügt. Der ideale Kandidat musste in der Lage sein, die Kluft zwischen den traditionellen Zyklen des Fahrzeugbaus (7 Jahre) und den agilen Release-Zyklen der Software (Wochen) zu schließen. Gefragt war die „Authoritativeness“, um sich in der politisch komplexen Matrix zwischen Wolfsburg, Ingolstadt und Zuffenhausen durchzusetzen. Zudem war eine hohe „Experience“ in der Führung von tausenden Entwicklern an global verteilten Standorten erforderlich, gepaart mit der Fähigkeit, eine neue Fehlerkultur in einem Konzern mit starker Hierarchie-Tradition zu etablieren.
Strategisches Headhunting: Suche in der Champions League des Silicon Valley
Als spezialisierte Headhunter identifizierten wir, dass die Lösung dieses Problems nicht innerhalb der europäischen Automobilindustrie zu finden war. Wir führten eine radikale Suche in der „Champions League“ der Tech-Giganten durch – bei Unternehmen wie Google, Apple und Microsoft sowie bei den Cloud-Infrastruktur-Teams von AWS. Die Schwierigkeit bestand darin, jemanden zu finden, der bereit war, das kalifornische Tech-Umfeld gegen die komplexe Industriestruktur Deutschlands einzutauschen. In diskreten Gesprächen in Palo Alto und Seattle präsentierten wir die Aufgabe als das „größte industrielle Software-Projekt Europas“. Wir gewannen einen Kandidaten, der zuvor eine zentrale Cloud-Plattform für Milliarden von Nutzern geleitet hatte und nun die Vision verfolgte, das Auto zum ultimativen mobilen Device zu machen.
Der Auswahlprozess: Technische Machbarkeit und interkulturelle Mediation
Der Auswahlprozess bei Volkswagen war hochgradig diskret und wurde direkt durch den Konzernvorstand gesteuert. Ein zentrales Element war die Bewertung der „Technical Debt“: Der Kandidat musste im Vorfeld analysieren, welche Teile der bestehenden Software-Architektur gerettet werden können und wo ein radikaler Neuanfang nötig ist. Ein weiterer Fokus lag auf der Fähigkeit zur Mediation zwischen den mächtigen Marken Porsche und Audi, die jeweils eigene Anforderungen an die Software stellten. Der gewählte Kandidat überzeugte durch seine unaufgeregte, analytische Art und seine Erfahrung darin, monolithische Software-Systeme in modulare Mikroservice-Architekturen zu überführen.
Die Integrationsphase: Aufbau einer „Software-First“-Kultur
Nach der erfolgreichen Vermittlung unterstützten wir den neuen CTO dabei, die Arbeitsweisen bei CARIAD radikal zu vereinfachen. Wir moderierten den Onboarding-Prozess, um sicherzustellen, dass der Fokus von „Features“ hin zu einer stabilen „Basis-Plattform“ verschoben wurde. Ein kritischer Faktor war die Einführung von neuen KPIs, die nicht die Anzahl der Code-Zeilen, sondern die Systemstabilität und die Time-to-Market maßen. Wir begleiteten ihn dabei, eine Brücke zur Hardware-Entwicklung in Wolfsburg zu schlagen, damit Software-Updates „Over-the-Air“ (OTA) endlich zum Standard für alle ID-Modelle wurden. Durch unsere Beratung gelang es, die Fluktuationsrate unter den Top-Entwicklern zu senken und die Attraktivität von Wolfsburg als Tech-Standort zu erhöhen.
Ergebnisse: Stabilisierung der Software-Roadmap und Zukunftssicherung
Heute, 18 Monate nach der Besetzung dieser Schlüsselrolle, ist die Software-Plattform der Volkswagen AG deutlich stabiler. Die neuen E-Modelle von Audi und Porsche konnten mit einer konkurrenzfähigen Software-Architektur erfolgreich gelauncht werden. Unter der Führung des von uns vermittelten Experten wurde die Effizienz in der Entwicklung durch Standardisierung massiv gesteigert, was die Fixkosten für Software im Konzern langfristig senkt. Volkswagen hat durch diesen personellen Impuls den Anschluss an die globale Tech-Elite gehalten. Diese Fallstudie zeigt, dass im Zeitalter des „Software-Defined Vehicle“ die Rekrutierung der richtigen technologischen Führungskraft über das Überleben eines ganzen Industriekonzerns entscheiden kann.







